Schach statt Mathe ?!
Schach soll ja ein sehr förderliches Spiel sein, aber ist es tatsächlich eine Wochenstunde Mathe wert?


Die Uni Trier kommt bei ihrer Schulschachuntersuchung
zu folgendem Fazit:
  • Kontinuierliches Schachspielen und -lernen hilft den Kindern  bei ihrer Entwicklung.
  • Schach erhöht die Aufmerksamkeit und verbessert sowohl die Wahrnehmungs- als auch die Konzentrationsfähigkeit.
  • Die schachspielenden Kinder waren in Mathe doppelt so gut, im Leseverständnis 2 ½ mal so gut und im Sprachverständnis gar dreimal besser als der Landesdurchschnitt.

Auch das Sozialverhalten verbesserte sich erheblich und am deutlichsten profitierten leistungsschwache Schüler vom Schach.


An der OSW fällt dafür keine Mathestunde aus, weil es am Freitag-nachmittag Schach als Zusatzangebot für Mädels wie Jungen gibt!

Wer Schach spielt, erhält die genannten positiven Lerneffekte als willkommene Zugabe. „Schach macht Schule schöner!“

Wer noch mehr zum Thema Schulschach wissen möchte, wird an dieser Stelle weitere Informationen und Zitate aus dem Erfahrungsschatz maßgeblicher Fachleute finden.

Björn Lengwenus (*31.03.1972) ist Schulleiter, Schachtrainer und betreut unter anderem das Projekt „Schach statt Mathe“ an einer Grundschule.

Schach ist auch eine tolle Methode, um Sozialkompetenz zu lernen. Sich an ein Brett mit jemandem zu setzen, den man vielleicht nicht besonders mag, mit dem man eigentlich gar nicht viel zu tun haben will, ihm vor der Partie die Hand zu geben, dann vielleicht sogar zu verlieren und es zu ertragen, ihm wieder die Hand zu geben. Aber auch anständig gewinnen zu können. Natürlich, es gibt immer wieder Kinder, die eine Partie gewinnen und dann jubelnd durch den Raum laufen. Denen sage ich dann: „Hör mal, man spricht immer von guten und schlechten Verlierern, aber es gibt auch gute Gewinner. Wenn man gewinnt, dann gibt man seinem Gegner die Hand und darf sich freuen, aber man sollte seine Freude nicht so zeigen, dass es dem anderen dabei schlechter geht.“


Beim Schach ist man für sich und seine Züge selbst verantwortlich. Schach ist das Wettbewerbsspiel schlechthin: Ein Kampf ohne Hilfsmittel und wer gewinnt, ist besser. Beim Handball oder Fußball kann man Platz, Schiedsrichter oder Mitspieler verantwortlich machen, beim Schach geht das nicht. Nicht ohne Grund ist Schach im Mittelalter eine der Tugenden gewesen, die ein Ritter beherrschen musste.


Wissenswertes übe Schach

Es bedarf keines besonderen Outfits oder teuerer Sportausrüstung,  sondern nur eines Spielplans mit Figuren.

Schach ist ein Denkspiel, bei dem man wie beim Ringen oder Fechten auf rein geistiger Ebene mit einem Partner die Kräfte messen kann.

Bei vergleichbarer Spielstärke bereitet eine Schachpartie Anfängern ebensoviel Vergnügen wie Fortgeschrittenen oder Großmeistern.

Zunächst geht es darum die Spielregeln zu erlernen, was einem danach ermöglicht, ohne Sprachkenntnisse weltweit mit Menschen jeden Alters eine Partie zu spielen.

Motivation während der gesamten Partie ist das Mattsetzen des gegnerischen Königs. Gute Kombinationen sowie bessere Strategie oder Taktik führen dabei zum Erfolg.   Bis zum Erreichen dieses Ziels sollte die volle Konzentration erhalten bleiben.
Kalle Kuhn, Schulschachtrainer