Tec2You Besuch am 25.04.2016 in Hannover

Zum achten Mal konnten wir mit 52  technisch, naturwissenschaftlich und mathematisch interessierten Schülerinnen und Schülern an der weltweit größten Industriemesse teilnehmen.

Dieser Besuch wurde uns durch das Mercedes BenzAchswerk Kassel, dem VDE (Verband der Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik e.V.) und der Deutschen Messe AG (DMAG) ermöglicht.

An dieser Stelle danken wir allen Sponsoren ganz herzlich!
Natürlich auch dem tec2you Team um Herrn Kürklü und unseren Guides für die gute Organisation.

Gruppenbild 1

 Gruppenbild 2

In diesem Jahr stand die Messe unter dem Thema: Integrated Industry - Discover Soloutions. Industrie 4.0, ein „geflügelter Begriff in aller Munde“ und ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Nicht nur im produzierenden Gewerbe und der Logisitk, sondern auch in der Energiewirtschaft sind intelligente, flexible und individuelle Lösungen gefragt. Zur Realisierung bedarf es einer Digitalisierung im sehr hohen Grad. Wie kann sie aussehen und welche Auswirkungen hat sie auf die zukünftigen Arbeitsplätze, ArbeitnehemerInnen und Qualifikationsanforderungen?

Neugierig auf die technischen Innovationen und deren Auswirkungen begannen wir den Messebesuch, allerdings anders als in den Jahren zuvor!  Aufgrund des Besuches von Präsident Obama und der Bundeskanzlerin Merkel „blieben uns einige gute Hallen und Stände verwehrt“. (Rahel, 10b)

Dennoch waren wir, wie in den Jahren zuvor, von den technologischen Neuerungen im Bereich der Robotertechnologie, Automatisierungstechnik und Bionic begeistert. In diesem Jahr faszinierte uns erneut die „Intelligenz“ der Programme. Aber auch die Vernetzung ganz verschiedener Arbeitsabläufe haben wir sichtbar und nachvollziehbar erfahren.

Am Stand von SEW (Süddeutsche Elektromotorenwerke) wurden uns ausführliche Erläuterungen zur Vernetzung im Rahmen Industrie 4.0 gegeben. Auch die Arbeitsaufgaben der MitarbeiterInnen wurden deutlich sichtbar. In der Entwicklungsabteilung sind ca. 600 Menschen tätig. Anhand von GPS-Daten werden Halbfertigteile zum Ort der Weiterbearbeitung (durch einen Menschen) und später auch Fertigteile in den Logistikbereich bzw. zur Abholung GPS-Unterstützt selbsttätig „gefahren“. Die Technik/Digitalisierung wird umgesetzt. „Das Know How der ArbeitnehmerInnen wird für höher qualifizierende Tätigkeiten genutzt“, so die Aussage eines Mitarbeiters der Firma SEW.

„Es ist schon beeindruckend, wie weit die Technologie ist. SEW gefiel mir am besten, da erstens die Führung sehr informativ war, zweitens konnte man durch die Headsets alles gut verstehen, drittens sind sie direkt auf duale Studiengänge eingegangen“. (Jonas, 10e)

SEW III

 

SEW I

Highlights in diesem Jahr waren wieder die Messestände von KUKA, FESTO und HIWIN. Besonders beeindruckt haben uns in diesem Jahr die Stände von Bosch, VW  BIO PRO, Enercon und wie schon beschrieben von SEW.

Bei KUKA überzeugte uns nicht nur die „Smart Factory“, in der ein Roboter eine von einem Schüler selbst gestaltete Gravur auf eine Handyhülle druckte, sondern auch die per Internet selbst zu steuernde Kaffeezubereitung. Hierbei musste man sich per Internet einloggen und seine gewünschte Kaffeeart bestellen. Gesteuert, wie durch Zauberhand, wurde durch einen Roboterarm der Becher vorbereitet und zur Kaffeemaschine „gebracht“. Nach dem Einfüllen des gewählten Kaffeesorte wurde der Becher mit einem Deckel verschlossen und zur Ausgabe bewegt. Dieses alles wird ausschließlich durch den gesteuerten Roboterarm erledigt.

KUKA Kaffee

„Jedoch war mein absolutes Highlight bei der Firma KUKA. Bei dieser ging es um Roboterarme, welche einem Kaffee zubereiteten. Doch das war nicht alles was mich fasziniert hat, nein es war der übergroße Roboterarm... der wie bei einem Fahrgeschäft im Freizeitpark für Freude sorgte... Allerdings konnten wir unser Level hier selbst bestimmen...“. (Sarah, 10d)

KUKA Fahrgastkabine II

Kuka Fahrggastkabine

 

FESTO präsentierte in diesem Jahr Helium gefüllte Bälle, die durch Propeller angetrieben und durch Kameras gesteuert wurden. Durch eine „Öffnung“ ähnlich der im letzten Jahr kennengelernten Saugöffnung (dem Tierreich angelehnt), konnten Dinge in diesem Fall eine Flasche im inneren „aufgenommen, transportiert und Zielgenau wieder abgeben werden“.

„Mit einem speziellen Kamerasystem kann man einen großen Ball, der mit Helium gefüllt ist und mit Propellern fliegt, bis zu einem halben cm genau durch einen Raum bewegen. Außerdem kann dieser selbstständig Objekte aufheben, weiter transportieren und ziemlich genau wieder abgebeben. Faszinierend!“. (Jakob, 9e)

Festo Heliumball

 

FESTO Blle III

Auch wieder wurde für uns deutlich sichtbar, welche Kräfte Magnetfelder (Elektromagnetismus) haben können, die einen schweren und dennoch schwebenden Metallkörper schwebend transportieren konnten.

„ Ich fand die Exponate mit den Supraleitern sehr interessant...“. (Josha, 9f)

HIWIN begeisterte uns mit all seinen Entwicklungen im Bereich der Robotertechnologie und Industrieautomation
Hier gab es für die SchülerInnen sehr viele Möglichkeiten selbst aktiv zu werden.

„Besonders gefallen hat mir der Stand „HIWIN“ dort konnte man selber gegen Roboter Schnelligkeitsspiele spielen und dort wurde verdeutlicht, dass Menschen nicht so genau arbeiten können wie Roboter“. (Melissa 9a)

„Am Stand von HIWIN habe ich bei einem Reaktionsspiel den Tagesrekord gebrochen,...“. (Luis, 9f)

HIWIN

 

HiWIN I
Der positive Newcomer war BOSCH! Viele unserer SchülerInnen gaben ein sehr positives Feedback über die sehr guten Erläuterungen, Informationen und Einbindung in die Präsentation. BOSCH setzt in der Smart Factory auf eine größtmögliche Vernetzung. Standardisierte Arbeitsplätze mit „Handarbeit“ bilden eine perfekte Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter, wobei der Mensch den Takt vorgibt.
Der APAS-Assistent ist eine wichtige technologische Entwicklung im Rahmen der Sicherheit im Arbeitsprozess zwischen Mensch und Roboter.

„Besonders gut gefallen hat mir die ergonomische Arbeit mit den Robotern und Maschinen, welche sich an das Verhalten des Menschen anpassen. Das wurde uns bei BOSCH präsentiert. Diese Roboter haben auch eine Sensorhaut, welche bemerkt, wenn ein Mensch zu Nahe kommt...“. (Lando,10f)

„Die interessanteste Präsentation war bei Bosch... Auch fand ich gut, dass sie uns mit einbezogen haben. Als sie z.B. Hannah gebeten haben dem Roboter die Hand zu geben...“. (o.N., Jg.10)

„Der Stand von BOSCH hat mir am besten gefallen, weil die Präsentation auch jugendgerecht war“. (Alexander, 10 c)


Hannah am Boschstand

 

Bosch

Am Stand von VW waren wir besonders von dem Fahrsimulator, aber auch von der perfekten vernetzten Montage eines Scheinwerfers via 3D-Brille beeindruckt.

VW Fahrsimulator I

 

„...konnte man mit einer virtuellen Brille durch Drehen und Bewegen des Körpers einen Scheinwerfer einbauen. Das fand ich besonders interessant!“ (Celina, 10a)

VW Fahrsimulator II


Bei ENERCON haben wir vielfältige Informationen über Windkraftanlagen im Allgemeinen und vor allem über das Herzstück, dem Stromgenerator erhalten. Überrascht waren wir vor allem über die Größe.

Ernercon


Am Stand vom VDE, einem unserer Sponsoren, wurde uns deutlich, was wir kennen, aber nicht immer vor Augen haben. Jedes Elektrogerät, jeder Stecker,... ist mit dem Siegel des VDE als Prüfungszeichen ausgestattet. Wir erfuhren sehr viel über die Arbeit und die Aufgaben des Verbandes der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik.


VDE

 

VDE II

Am Stand von BIOPRO Baden-Württemberg GmbH hat uns der Leiter Prof. Dr. Kindervater beeindruckend dargestellt, welches Potential in bestimmten nachwachsenden Rohstoffen steckt. Bioökonomisch nutzen kann man z.B. den Holzstoff Lignin, der als Basis für die Entwicklung biobasierter Kunststoffe dient und in naher Zukunft Erdöl komplett ersetzen kann. Aus Lignin lassen sich beispielweise sehr leichte Karbonteile für Autokarosserien herstellen.

„Bei BIOPRO hat man uns viel darüber erzählt, wie man Erdöl und Erdgas biologisch ersetzen kann. Das war sehr interessant“. (Rubens, 9e)
„Hier wird versucht Dinge aus biologisch nachhaltigen Stoffen herzustellen, die momentan noch aus Erdöl etc. hergestellt werden“. (Moritz, 9f)

 

„Ich finde es gut, dass Schülern so eine Möglichkeit gegeben wird, weil man sich einfach über technologische Neuerungen informieren kann und Fortschritte in der Industrie erfahren und erleben kann“: (Lucas, 9a)

„Ich war letztes Jahr schon einmal auf der Tec2You Messe und kann daher ein wenig vergleichen. Es war wieder sehr informativ, aber durch Obamas Besuch konnten wir am Anfang leider nicht in die für uns interessantesten Hallen besuchen. Das war sehr schade...“ (o.N., Jg.10)

„Ich möchte mich noch einmal bei den Sponsoren bedanken, die diese Fahrt möglich machten“. (Hannes, 9e)

Wir alle schließen und dem Dank an und freuen uns auf unseren nächsten Besuch in 2017.


Rainer Groß und Heike Wulst-Everding